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Mit den ATP World Tour Finals in London geht auch bei den Herren ein ereignisreiches Tennisjahr 2011 zu Ende. Federer besiegte Tsonga mit 6:3, 6:7 und 6:3 in einem hart umkämpften Finalspiel und sicherte sich somit eine unglaubliche Bilanz von 70 Turniertiteln in 100 Finalen. Zudem ist er nun der erste Spieler, der das Saisonfinale mit sechs Siegen für sich entscheiden konnte – ein Triumph, den man ihm vor einigen Wochen noch nicht zugetraut hätte, schliesslich hat er dieses Jahr seit 2002 das erste Mal keinen Grand-Slam gewinnen können. Auch wenn Federer bei allen Grand-Slams nicht viel zu einem Erfolg fehlte, war die Leistungsdichte an der Herrenspitze dieses Jahr einfach enorm hoch. 2011 war definitiv das Jahr von Djokovic, der eine unglaubliche Bilanz von 69 Siegen in 73 Spielen aufwies. Unter den 10 Titelgewinnen befinden sich die Australian Open, Wimbledon und US Open, in deren Finalspielen er herausragendes Tennis auf höchstem Niveau zeigte. Beim Turnier in Basel sowie Saisonfinale in London machte sich die sensationelle, jedoch kräftezehrende Saison beim Serben bemerkbar und führte so zu seinem relativ frühen Ausscheiden.

Zwar gewann Nadal noch die French Open im Final gegen Federer, doch beschränkten sich seine insgesamt drei Turniersiege auf seine Domäne Sand und zum Ende des Jahres zeigten sich nach einem langen und intensiven Tourkalender auch bei ihm Ermüdungserscheinungen. So wird den Top 4-Spielern, darunter der im Herbst stark aufspielende und momentan verletzte Murray, die kommende Pause sicherlich gut um wieder neue Kraft für die neue Saison 2012 zu sammeln. Schliesslich geht es in 6 Wochen schon mit den Australian Open weiter und ich kann mir vorstellen, dass Federer die drei Turniersiege am Jahresende ein grosses Stück Selbstvertrauen für das neue Jahr – immerhin ein Olympia-Jahr – brachten. Ich bin gespannt, ob Djokovic seine Spitzenposition und –leistung halten werden kann und ob die Top 4 auch im kommenden Jahr den Grossteil der Turnierfinalen ausmachen werden.

Die Grand-Slam-Siegerliste der Damen in 2011 ist symptomatisch für die fehlende Dominanz auf der WTA-Tour: Es gab vier verschiedene Siegerinnen , drei davon holten zum ersten Mal einen Grand-Slam-Titel. Besonders hervorzuheben ist der Triumph von Li Na bei den French Open, die als erste asiatische Grand-Slam-Siegerin Tennisgeschichte schrieb. Die Tschechin Petra Kvitova war mit sechs Turniersiegen, darunter Wimbledon und die WTA Championships in Istanbul, sicherlich eine der Newcomerinnen des vergangenen Jahres. Auch Samantha Stosur holte ihren ersten grossen Titel bei den US Open, als sie klar im Finale gegen Serena Williams gewann. Letztere lieferte sicherlich das Comeback des Jahres und ich hoffe für das Damentennis, dass Serena Williams auch in 2012 wieder zu ihrer alten Form zurückfindet. Ein weiteres erfreuliches Comeback legte Sabine Lisicki hin. Sie gewann zwei Turniere in Birminham und Dallas, erreichte das Halbfinale in Wimbledon und arbeitete sich innerhalb kurzer Zeit von Rang 218 auf Rang 15 hoch. Eine tolle Leistung der Deutschen, deren Landsfrauen Petkovic, die als erste Deutsche seit langer Zeit wieder unter den Top 10 zu finden ist, sowie Görges und Kerber, US Open-Halbfinalistin, ebenfalls grosse Fortschritte zeigten und somit bei mir Vorfreude auf das neue Tennisjahr aufkommen lassen.

Es tat mir leid zu hören, dass die ehemalige Nummer 1 Justine Henin im Januar wegen einer anhaltender Verletzung am Ellbogen ihren Rückzug von einer erfolgreichen Karriere mit sieben Grand-Slam-Siegen bekannt geben musste. Die Tour wird ihr Talent und ihre Person vermissen. Wozniacki schliess zwar bereits zum zweiten Mal das Jahr als Nummer 1 ab, doch hat der erste grosse Turniertitel auch dieses Jahr auf sich warten lassen. So bleibt abzuwarten, ob das Damentennis auch nächstes Jahr eher eine Saison mit breitem Spitzenfeld und somit vielen Siegerinnen sein wird. Jedenfalls erwartet uns nächstes Jahr ein hoffentlich ebenso hervorragendes Tennisjahr mit den Olympischen Spielen als zusätzliches Highlight.

  • Neena 16:16 Reply

    Nice analysis Steffi,, agree with US Open final, it was like some sort of ‘bionic’ tennis, just amazed of how many ‘unreturnable’ balls were kept in play by both Novak and Nadal. Still believe the match took a physical toll on both and might be responsible for their winding down towards the end of the year. Also, good to see the Fed back in form reminding that when you are a Federer or Graf, one handed backhand still has its place.
    On th women’s side, sincerely hope that Kvitova can keep up her winning form and thirst for titles for 2012. High time for the youngsters to step up.
    2012 will be almost 24 yrs since you won the ‘Golden Slam’, and still waiting for someone to repeat that feat, seriously, 24 yrs back!!!!!, feels like a lifetime and makes me look old except that you were still in your teens when you did that.

  • Great analysis! I enjoy your blogs on tennis! It’s nice hearing from you, a former Top player, about today’s tennis. Thanks for taking the time to write about it and I will look forward to your perspective in 2012!

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